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Geschichte

Kurze italienische Sprachgeschichte

Italienisch gehört zusammen mit Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Katalanisch und Rumänisch zu den romanischen Sprachen, welche allesamt das Lateinische als Ursprungssprache haben.

Das Italienische stammt, wie alle anderen romanischen Sprachen, vom Vulgärlateinischen ab, eine vom Schriftstandard abweichende Sprachform, die man auch Sprechlatein bezeichnet. Die ersten schriftlichen Zeugnisse des Italienischen stammen aus dem späten achten oder frühen neunten Jahrhundert und wurden in Verona gefunden.
Ein wichtiger Faktor bei der Verbreitung des Italienischen war das Aufkommen der Städte um die erste Jahrtausendwende, denn die Stadtverwaltungen mussten ihre Beschlüsse in einer für alle Bürger verständlichen Form abfassen. So setzten sich auf kommunaler Ebene die von der breiten Masse der Bevölkerung gesprochenen italienischen Dialekte bei der Niederschrift von amtlichen Bekanntmachungen durch.

Jedoch lebten noch über Jahrhunderte hinweg sowohl die italienischen Volkssprachen als auch das Lateinische nebeneinander fort, das weiterhin von den gebildeten Ständen benutzt wurde. Im 13. Jahrhundert begann sich eine eigenständige italienische Literatur zu entwickeln, zunächst in Sizilien am Hof Friedrichs II. (Scuola siciliana) und dann auch in den nördlichen Regionen. Die Schriftsteller dieser Zeit prägten die weitere Entwicklung des Italienischen entscheidend, da sie für ihre Werke einen überregionalen Standard schufen, um die Sprachdifferenzen zwischen den zahlreichen Dialekten zu überwinden.

In erster Linie ist hier Dante Alighieri zu nennen, der eine leicht veränderte Form des florentinischen Dialekts in seinen Werken (Divina Commedia) verwendete. Diese Tradition führten danach auch Francesco Petrarca (Il Canzoniere) und Giovanni Boccaccio (Il Decamerone) in ihren Werken fort.

Im 16. Jahrhundert wurde in der Questione della lingua über Form und Status der italienischen Sprache diskutiert. Es setzte sich schliesslich eine Form der Sprache durch, die auf das Toskanische des 13./14. Jahrhunderts zurückgeht. Die wirkliche Vereinheitlichung, besonders der gesprochenen Sprache, erfolgte allerdings erst infolge der nationalen Einigung. Als italienische Einheitssprache setzte sich im 19. Jahrhundert im vereinigten Italien der florentinische Dialekt durch. Zu verdanken ist dies unter anderem der zweiten Fassung des Romans I Promessi Sposi von Alessandro Manzoni.

Heute wird Italienisch von etwa 70 Millionen Menschen als erste oder zweite Muttersprache gesprochen, von denen der grösste Teil in Italien lebt. Für die deutschsprachigen Südtiroler ist jedoch beispielsweise Italienisch keine Muttersprache sondern nur Zweitsprache.

Ausserhalb Italiens wird Italienisch auch in San Marino, in der Vatikanstadt, in der Schweiz (Amtssprache zusammen mit Deutsch und Französisch), in Frankreich (Département Alpes-Maritimes), im Fürstentum Monaco), in Slowenien (Koper, Primorska) und in Kroatien (Istrien und Dalmatien) gesprochen. Insbesondere alte Menschen sind hier noch häufig zweisprachig.

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